Warum wir neue Mobilitätskonzepte brauchen
Der zukünftige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat vollkommen Recht: Ohne neue Mobilitätskonzepte geht es nicht!
Das Automobil, mit welchem Antrieb auch immer, ist nicht der Stein der Weisen. Dafür gibt es viele, bereits oft diskutierte, Gründe. Den Folgenden kommt eine besondere Bedeutung zu:
- Das Straßennetz, welches auch von Elektrofahrzeugen genutzt wird, zerstört wichtigen Lebensraum.
- Die Fertigung, auch von Elektrofahrzeugen, ist rohstoff-, wasser- und energie-intensiv.
- Durch Staus, in denen auch Elektrofahrzeuge stehen, entstehen hohe volkswirtschaftliche Schäden.
- Der Erwerb eines Fahrzeugs ist für viele Verbraucher aufgrund der relativ geringen Nutzung finanziell ineffizient.
- In immer mehr Ländern verliert das Automobil seine Rolle als Statussymbol.
Ein weiteres Detail am Rande: Wenn sich die heutigen Kritiker von Herrn Kretschmann Ende des 19ten Jahrhunderts durchgesetzt hätten, gäbe es die Automobilindustrie, die sie heute vorgeben zu verteidigen, nicht. Das von Carl Benz erstmals patentierte und kommerzialisierte Automobil - übrigens ohne Subventionen - hätte sich gegenüber anderen Verkehrsmitteln nie durchsetzen können. Als Beispiel mag folgendes Zitat von Wilhelm II dienen: "Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd."
Wir erinnern uns auch an Henry Ford, Pionier im Automobilbau - sein Konzept der Fließbandtechnik revolutionierte die industrielle Produktion - und Gründer der Ford Motor Company. Er sagte einmal "Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde". Was würde Henry Ford heute sagen und, vor allen Dingen, was würde Henry Ford heute tun bzw. 'unternehmen'? Ich empfehle allen vehementen und populistischen Verteidigern des automobilen Status quo, sich diese Frage einmal zu stellen.
Mut zum Wandel war damals wie heute der Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Und es ist volkswirtschaftlich und gesellschaftlich allemal sinnvoller, in die Geschäftsmodelle, Produkte und damit Arbeitsplätze von morgen zu investieren, statt die gestrigen zu subventionieren.
